10.01.2010
20:18

Dr. Martensteins Gruselkabinett

Der Kolumnist als letzter Ideologe

Harald Martenstein gilt als einer der hübschesten Schönschreiber. Seine Kolumnen in Tagesspiegel und ZEIT entzücken immer wieder.  Gern räsoniert Martenstein immer wieder auch über Bildungsfragen - und erweist sich dabei als einer der letzten Ideologen. Pisaversteher hat ein Grusel-Best of des jüngsten Textes im Tagesspitzel zusammengestellt. "Die Theoretiker der Erziehung sind die letzten Ideologen." Ähnlich argumentiert die FAZ v. 2. Februar 2010. 

(Siehe auch "Klassenkampf der Bildungsbürger", taz, und Twitter unter dem Hashtag bzw. Stichwort #letzterideologe)

„Bildung ist für zehn oder fünfzehn Prozent der Bevölkerung objektiv wertlos geworden.

„Eltern, die ihre Elternschaft ernst nehmen, werden immer für eine möglichst gute Ausbildung ihrer Kinder kämpfen, gesellschaftliche Probleme und das Wohl anderer Kinder werden ihnen vergleichsweise, und völlig zu Recht, egal sein.

„Das Gymnasium hat seit zweieinhalbtausend Jahren bewiesen, dass es funktioniert.“

„Dauerarbeitslose verhalten sich rational, wenn … (sie) ihre Lebensfreude im Alkohol oder auch in der Kriminalität suchen. Haben sie eine Alternative? Würde ihnen ein Hauptschulabschluss etwas bringen?“

„Jetzt braucht man bei uns das Proletariat nicht mehr (…) die Mühen der Selbstdisziplin sind sinnlos geworden, auch die Mühen der Erziehung.“

„Wenn das Bildungssystem heute nicht einmal mehr in der Lage ist, jedem Lesen und Schreiben beizubringen, dann hängt das (...) damit zusammen, dass Bildung für zehn oder fünfzehn Prozent der Bevölkerung objektiv wertlos geworden ist. Es gibt für sie keine Chancen.

„Jetzt wird die Hauptschule abgeschafft, aber die Hauptschüler kann man nicht abschaffen, sie bleiben. (…) Sie werden jetzt ihre Hoffnungslosigkeit und ihre berechtigte Wut in die ehemaligen Realschulen tragen.“

  •  
  • 0 Kommentare
  •  

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.

Zurück

pisa-versteher.de