12.05.2012
09:34

Studiengebühren müssen sein...

 … solange nur ein Bruchteil der Gesellschaft das Uni-Privileg geniesst

In Nordrhein-Westfalen wird am Sonntag gewählt. Über eine der wichtigsten Gerechtigkeitsfragen aber wird es keine Abstimmung geben: Studiengebühren. Selbst die CDU hat die Campusmaut vorsorglich aus ihrem Programm genommen.

Das bedeutet: Die Gebühren für den privaten Karriereturbo Hochschulen bleiben abgeschafft. Anders gesagt: In NRW darf eine kulturelle und soziale Oberschicht ihre Kinder ab sofort wieder mit dem profitträchtigen Privileg eines Studiums beglücken – ohne dafür zu bezahlen. Das ist, man kann es nicht anders sagen, ein Affront gegen alle Nichtabiturienten, vor allem gegen Haupt- und Sonderschüler. Denn sie werden das Universitätsprivileg nicht in Anspruch nehmen. Es ist ihnen juristisch durch ihren Bildungsmalus verwehrt. Sie müssen also mit ihren Steuern jene Studienplätze finanzieren, die sie und ihre Kinder so gut wie nie einnehmen werden.

Für einen Staat, der qua Verfassung verspricht, die Gesellschaft gerechter zu machen, ist das eine schwere Hypothek. An den Hochschulen wird das zutiefst ungerechte Schulsystem konsequent weitergeführt. Der Staat benachteiligt die Kinder aus kulturell armen Familien – und er bevorzugt die Kinder der – überspitzt gesagt – Schönen und Reichen. (Siehe Bildungstrichter und ausführlich das Kapitel der DSW Sozialerhebung bei scribd)

Das ist eine unbequeme Wahrheit. Die in Deutschland nicht ohne Weiteres angenommen wird. Studien seriöser Institute wie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) haben kürzlich gezeigt, dass von einem Bezahlstudium keine realen Abschreckungseffekte ausgehen. Im Gegenteil, diejenigen Teile der Unterschicht, die das Abitur schaffen, gehen relativ gezielt dorthin, wo das Studium kostet. Sie machen eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Sie wüssten, dass es sich lohnt, in Bildung zu investieren, schreiben WZB-Autoren.

In Nordrhein-Westfalen wird am Sonntag gewählt. Über eine der wichtigsten Gerechtigkeitsfragen aber wird es keine Abstimmung geben: Studiengebühren. Selbst die CDU hat die Campusmaut vorsorglich aus ihrem Programm genommen.

Das bedeutet: Die Gebühren für den privaten Karriereturbo Hochschulen bleiben abgeschafft. Anders gesagt: In NRW darf eine kulturelle und soziale Oberschicht ihre Kinder ab sofort wieder mit dem profitträchtigen Privileg eines Studiums beglücken – ohne dafür zu bezahlen. Das ist, man kann es nicht anders sagen, ein Affront gegen alle Nichtabiturienten, vor allem gegen Haupt- und Sonderschüler. Denn sie werden das Universitätsprivileg nicht in Anspruch nehmen. Es ist ihnen juristisch durch ihren Bildungsmalus verwehrt. Sie müssen also mit ihren Steuern jene Studienplätze finanzieren, die sie und ihre Kinder so gut wie nie einnehmen werden.

Für einen Staat, der qua Verfassung verspricht, die Gesellschaft gerechter zu machen, ist das eine schwere Hypothek. An den Hochschulen wird das zutiefst ungerechte Schulsystem konsequent weitergeführt. Der Staat benachteiligt die Kinder aus kulturell armen Familien – und er bevorzugt die Kinder der – überspitzt gesagt – Schönen und Reichen.

Als die sehr unbequemen Erkenntnisse des Instituts im Bundestag diskutiert wurden, durfte man staunen. Die Antigebührenlobbyisten von links bis grün drehorgelten einfach ihr dümmliches Argument weiter, Gebühren seien ungerecht – gerade so, als hätte es die WZB-Studie nie gegeben. In der Studie steht, Gebühren verriegeln die Unis für Arme nicht. Gewerkschaften und Studentenverbände behaupteten aber kess das Gegenteil – ohne empirischen Beleg. So etwas nennt man Ideologie. Die Welt aus seiner falschen Vorstellung leiten zu wollen, obwohl die empirischen Fakten etwas anderes sagen.

Weil man keine eigenen Erfahrungen gelten lässt, werden in der Debatte immer wieder solche aus dem Ausland bemüht – zum Beispiel die USA: Dort trieben hohe Studiengebühren die Mittelschichtsfamilien in Scharen in die Armut. Ein gar schröckliches Beispiel!

So gemahnen es die Gebührengegner hierzulande mit tiefem Bass und hohem Zeigefinger. Was sie nicht sagen: Erstens ist es US-Familien offenbar viel wert, in ihre Kinder und das Studium zu investieren. Und zweitens: In den USA kostet ein Studium bisweilen 6.000 Dollar pro Monat, in Deutschland aber nicht mal 100 Euro! Was für ein grotesker Vergleich. Für wie dumm halten Gebührengegner eigentlich die Öffentlichkeit?

In dieser Zeitung war gerade ein Bericht aus den Arbeiterunis in den Elendsvierteln rund um das peruanische Lima zu lesen. Dort haben die Macher der aus dem Wüstenboden gestampften Volksuni Folgendes bemerkt: Die Kurse kommen besser an – wenn sie etwas kosten. Die Studenten nehmen die Ausbildung ernster, wenn sie nicht umsonst ist.

Diese Studenten sind nicht etwa reich, sondern arm. Die Kinder von Indígenas und Bauern, die in der Stadt ihr Glück suchen. Und für ihre Ausbildung einen Beitrag leisten (wollen). Eine selbstverständliche menschliche Regung – die deutsche Gebührenideologen Unrecht nennen. Die Erde ist und bleibt eben eine Scheibe. (Christian Füller)

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muskelaufbauhilfen
30.05.2012
muskelaufbauhilfen

Studiengebühren müssen sein......

versicherungsrechnerauto.de/
02.06.2012
versicherungsrechnerauto.de/

Studiengebühren müssen sein......

amateurfilme
08.06.2012
amateurfilme

Studiengebühren müssen sein......

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